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Hydrair von Graubremse GmbH Heidelberg

Nachdem ich mich wieder mal über schleifende Bremsen ärgern musste, habe ich mich dazu entschlossen, endlich den Einkammer-Hydrair zu zerlegen.
Da ich bereits die Bremsschläuche gewechselt und alle schwergängigen Radbremszylinder zerlegt und poliert hatte, kamen als Ursache nur noch der Hydrair oder der Hauptbremszylinder in Frage.

Hydrair am Fahrzeug

Da sitzt der Hydrair, gut versteckt am Fahrzeugrahmen unter dem Kofferaufbau bzw. unter der Pritsche.
Laut Zeichnung sieht das Bauteil recht kompliziert aus und die Funktionsweise ging mir noch nie so richtig in den Kopf, daher habe ich mich um diese Arbeit so lange wie möglich gedrückt. Aber nun komme ich nicht mehr umhin.
Auf die Funktion und Arbeitsweise will ich nicht eingehen, das findet man in diversen Unterlagen. Stattdessen beschreibe ich meine Erfahrungen beim Zerlegen des Hydrairs, das ist nämlich gar nicht so schwierig, wie ich es mir vorstellt hatte.
Eine Vorab-Recherche zum Innenleben des Hydrairs im Internet brachte nur magere Ergebnisse, daher mein Entschluss, das Ganze textlich und bildlich an dieser Stelle zu dokumentieren.

Wartung

Der Hydrair ist ein teures und damit kostbares Bauteil, für das kaum Ersatzteile erhältlich sind. Es gibt zwar keine besonderen Wartungsvorschriften, aber der Hersteller empfiehlt (Zitat):

" im Rahmen der Fahrzeug-Überprüfung das Gerät zu demontieren und sämtliche Laufflächen neu zu fetten. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Druckluftteil nur mit Fetten, die auf Mineralölbasis liegen, behandelt wird. Manschetten und deren Laufflächen, die mit der Hydraulik in Verbindung stehen, nur mit Ate-Zylinderpaste behandeln."

Dem kann ich mich nur anschließen, denn dann hätte es mit meinem Hydrair bestimmt keine Probleme gegeben.

Schnittdarstellung
1

Ventilfänger

2

Bremsschlauch

3

Einlass-Sitz

4

Doppelventilkegel

5

Auslass-Sitz

6

Druckluft-Wiegekolben

7

Bremskammer

8

Druckluft-Bremskolben

9

Bohrung

10

Bohrung

11

Bohrung

12

Entlüfterkammer

13

Bohrung

14

hydraulischer Arbeitskolben

15

Raum

16

Bodenventil

17

Bohrung

18

Kolbenhohlstange

19

Manschette

20

Raum

21

Manschette

22

Bohrung

23

Feder

24

Feder

25

Befestigungsschrauben

26

Seegerring

27

Sicherungsstift

28

Nutring

29

Nutring

30

Kolben

31

Schraube

32

Rundschnurring

33

Nutring

33a

Manschette

34

Deckel

35

Spannstift

36

Druckfeder

37

Bodenscheibe

38

Schraubstutzen

39

Dichtung

40

Rundschnurring


A

Anschluss zum druckluftgesteuerten Anhängerbremsventil bzw. verschlossen bei Fahrzeugen ohne Anhängerbetrieb

E

hydraulische Entlüftungen

F

Auslassfilter der Druckluft

H

Zuleitung vom Hauptbremszylinder

R

Ableitung zu den Radbremszylindern

V

Zuleitung vom Druckluftbehälter


Der hydraulische Teil, also dort, wo Bremsflüssigkeit anliegt, ist in der Darstellung rot hinterlegt.
Der pneumatische Teil wo nur Luft ansteht, ist grün hinterlegt.

Demontage

Normalerweise muss ich mit allen Verschraubungen kämpfen, die ich noch nie gelöst hatte, aber das Lösen der hydraulischen und pneumatischen Anschlussleitungen verlief eigenartig gut (vorher natürlich den Luftdruck ablassen!). Ich sehe das als Beweis dafür, dass der Hydrair zerlegt werden wollte. Dann noch die 3 Schrauben lösen, die den Hydrair am Fahrzeugrahmen befestigen, und schon hatte ich den Burschen in der Hand.
Das ganze Bauteil mit der Drahtbürste ordentlich vom Dreck der letzten Jahrzehnte befreit und dann ging es ans Zerlegen.

demontierter Bremsverstärker nach der Reinigung

Und das ging relativ einfach. Meine Befürchtung, dass mir die Teile wegen der vielen Federn beim Zerlegen entgegen springen, hat sich nicht bestätigt. Nur beim Lösen der Schrauben (25) drückt Feder (23) gegen Kolben (8) und somit gegen das Pneumatikgehäuse (X), aber das kann man ohne Probleme mit der Hand festhalten.
Alle angegebenen Positionen (Ziffern) entsprechen übrigens den Positionen in der Schnittdarstellung.

Zerlegen der Hydraulikgruppe:

Hydraulikzylinder

Teile im Hydraulikzylinder

Die Teile (a) bis (14) sind auf der Kolbenhohlstange (18) in Raum (15) befestigt, (33) und (37) sitzen in Deckel (34).

Die folgenden Maße habe ich gemessen bzw. die Angaben befinden sich auf den Bauteilen:

Position

Benennung

Maße [mm]

Angaben auf dem Bauteil

a

Schraube

M5 8

./.

b

Federzahnscheibe

./.

c

Scheibe

da = 20; di = 5; h = 1

./.

d

Druckfeder

./.

e

Stützring

./.

21

Manschette

K 2027 1-1 Ate +A 23074 H ACQ

f

Füllscheibe

da = 27; di = 19; h = 0,25

./.

14

Kolben

da = 27; h = 31

./.

37

Bodenscheibe

da = 32,8; di = 17,3; h = 8,3

./.

33

Nutring

BBNP 16-32-8 Hydr


Bodenventil (16):

Bodenventil (16)

Die große Endkappe vom Hydraulikteil losdrehen, den Seeger-Ring entfernen und schon hat man das Bodenventil (16) in der Hand.

So, Schluss für heute. Der rest der Geschichte folgt demnächst.