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Im Jahr 1950 präsentierte die Hannoversche Maschinenbau AG (HANOMAG) auf dem Brüsseler Automobilsalon den ersten Diesel-Lastwagen in einer leichten Nutzlastklasse, den 1,5-Tonner L 28, der optisch vor allem durch die moderne, amerikanische Alligatorhaube auffiel. Sein 2,8 Liter Dieselmotor wurde bereits ein Jahr zuvor in einem kleinen Ackerschlepper vorgestellt und besaß dort eine Leistung von 25 PS. Für den sogenannten Schnell-Lastwagen L 28 holte Hanomag zunächst 45 PS und ab 1951 sogar 50 PS aus dem Diesel-Aggregat. Mit verschiedenen Aufbauten versehen wurde der L 28 nicht nur in der Privatwirtschaft und bei den Feuerwehren, sondern auch beim Bundesgrenzschutz und der Bereitschaftspolizei eingesetzt. Auch der internationale Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und 1951 betrug der Exportanteil des L 28 bereits 47 %. Er wurde in 48 Länder geliefert.

Hanomag am Deisterplatz, Ecke Göttinger Straße


Ab dem Jahr 1953 stand endlich der allradgetriebene A-L 28 zur Verfügung, sowohl der 1,5-Tonner (mit breiten Reifen 10 x 20 und einzelbereifter Hinterachse) als auch der 2,5-Tonner (mit schmalen Reifen 7,5 x 20 und zwillingsbereifter Hinterachse).

A-L 28 im Gelände


Der Motor wurde durch den sogenannten Rootslader auf 65 PS und ab 1955 durch den Einbau einer modifizierten Einspritzpumpe auf schließlich 70 PS (52 kW) gesteigert. Der von einem Keilriemen angetriebene Rootslader drückt die Frischluft in die Zylinder und spült außerdem die Abgase aus den Brennräumen. Die 30 kg Mehrgewicht durch den Rootslader ergeben immerhin 30 % Mehrleistung.
Das gleichzeitige Zuschalten der Getriebereduktion und des Vorderachsantriebes erfolgt manuell über einen Hebel im Fahrerhaus. Ein Sperren der Achsdifferentiale ist nicht möglich.
Der Bundesgrenzschutz wurde Großabnehmer des A-L 28 und auch die Bereitschaftspolizei, inzwischen unzufrieden mit ihren untermotorisierten L 28 Kübelwagen, erhielt diverse Fahrzeuge. Die meisten A-L 28 wurden jedoch an den damaligen Luftschutzhilfsdienst (LSHD) geliefert und nach dessen Auflösung im Jahre 1972 gingen diese Fahrzeuge an das Technische Hilfswerk (THW). Aus diesem Kontingent stammen viele der noch heute existierenden Hanomag-Fahrzeuge.

A-L 28 beim Bundesgrenzschutz A-L 28 vom Luftschutzhilfsdienst


Bei der Bundeswehr konnte der A-L 28 jedoch nicht überzeugen. Dort vertraute man in dieser Gewichtsklasse den Borgward- und Mercedes-Benz-Modellen.
Die erste Version des A-L 28 mit rundem und kleinem Fahrerhaus wurde bis April 1964 produziert. Im Mai 1964 folgte die zweite Version mit eckigem und größerem Fahrerhaus.

Produziert wurde der A-L 28 bis 1972.

erste Version mit rundem Fahrerhaus bis April 1964 zweite Version mit eckigem Fahrerhaus ab Mai 1964



(Quelle:
Braasch, Olaf: Hanomag - Fahrzeuge aus Hannover im bundesdeutschen Luftschutz; siehe www.Ls-Kats.de
Regenberg, Bernd: Die deutschen Lastwagen der Wirtschaftswunderzeit, Band 1; ISBN 3-923448-18-X)

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